Was Peptide in Kosmetik sind
Peptide sind kurze Ketten aus Aminosäuren — den Bausteinen, aus denen auch Proteine bestehen. Ab etwa fünfzig Bausteinen spricht man von einem Protein, darunter von einem Peptid. In der Kosmetik werden sie als Pflegewirkstoffe eingesetzt.
Kosmetik pflegt die Haut und beeinflusst ihr Erscheinungsbild. Sie ist rechtlich klar von Arzneimitteln getrennt: Ein kosmetisches Mittel darf keine Krankheit behandeln, lindern oder verhüten — und ein Hersteller darf das auch nicht behaupten. Wo eine Aussage diese Grenze überschreitet, ist das Produkt entweder falsch ausgelobt oder kein kosmetisches Mittel mehr.
Deshalb lesen sich sachliche Produkttexte zurückhaltender, als manche Werbung es tut. Ein seriöser Text sagt, was drin ist und wie es aufgetragen wird — nicht, was es heilt.
Die INCI-Liste lesen
INCI steht für „International Nomenclature of Cosmetic Ingredients“. Jedes kosmetische Mittel in der EU trägt seine Inhaltsstoffe in dieser genormten Bezeichnung auf der Verpackung — dieselbe Substanz heißt damit weltweit gleich, unabhängig von der Sprache des Produkts.
Die Reihenfolge ist nicht beliebig: Bis zu einem Anteil von einem Prozent stehen die Stoffe absteigend nach Menge. Was vorn steht, ist reichlich enthalten. Unterhalb eines Prozents darf der Hersteller frei sortieren — dort sagt die Position nichts mehr aus.
Praktische Folge: Steht ein Peptid weit hinten, hinter Konservierung und Duftstoffen, ist es in geringer Menge enthalten. Das ist nicht automatisch schlecht — viele Wirkstoffe werden bewusst niedrig dosiert eingesetzt. Es heißt nur, dass die Position allein nichts über die Qualität sagt.
| INCI-Name | Umgangssprachlich | Produktart |
|---|---|---|
| Copper Tripeptide-1 | GHK-Cu, Kupferpeptid | Serum, Creme |
| Palmitoyl Pentapeptide-4 | Matrixyl | Serum, Augenpflege |
| Acetyl Hexapeptide-8 | Argireline | Serum, Creme |
| Palmitoyl Tripeptide-1 | häufig mit Pentapeptide-4 kombiniert | Serum |
| Myristoyl Pentapeptide-17 | in Wimpernpflege verbreitet | Wimpernserum |
Woran du eine ehrliche Auslobung erkennst
Ein gutes Zeichen ist eine vollständige INCI-Liste am Produkt und nicht nur eine Auswahl der Marketing-tauglichen Stoffe. Wer alles nennt, hat nichts zu verstecken.
Ein schlechtes Zeichen sind Verben aus der Medizin. „Repariert“, „behandelt“, „heilt“, „wirkt gegen“ — das sind Aussagen über Krankheiten, und die gehören nicht in einen Kosmetiktext. Sachliche Formulierungen sprechen vom Erscheinungsbild: glättet optisch, spendet Feuchtigkeit, pflegt.
Ebenfalls aufschlussreich: Prozentangaben. „GHK-Cu 0,2 %“ ist eine überprüfbare Angabe. „Hochdosiert“ ist keine.
Auftragen und aufbewahren
Kosmetik mit Peptiden wird äußerlich auf die Haut aufgetragen — als Serum, Creme oder am Wimpernkranz. Es sind keine injizierbaren Produkte und keine Arzneimittel.
Wie bei fast allen Kosmetika gilt: kühl und dunkel lagern, den Verschluss geschlossen halten und das Symbol für die Haltbarkeit nach dem Öffnen beachten — der offene Tiegel mit einer Zahl wie „6M“ bedeutet sechs Monate nach dem ersten Öffnen.
Bei neuen Produkten ist ein Test an einer kleinen Hautstelle üblich, bevor man sie großflächig verwendet. Wer empfindlich reagiert oder Hauterkrankungen hat, klärt die Anwendung ärztlich ab — dieser Text ersetzt keine Beratung.